Ich ärger mich momentan über mein eigenes Verhalten.

Denn manchmal fühle ich mich so, als müsste ich mich schämen, Mutter zu sein. Als wäre ich Leuten eine Last. Als wären meine Kinder nur Störfaktoren.

Dabei ist es in der Realität gar nicht so. Meine Nicht-Kinder habende Freunde und Bekannten haben kein Problem damit, wenn ich die Kinder dabei habe. Wenn ich tatsächlich mal mit dem Kinderwagen im ÖV unterwegs bin, ist es sehr selten, dass mir niemand von sich aus anbietet das blöde Teil über die noch blöderen Stufen in den Waggon zu hieven. Und bisher wurde ich auch noch nicht aus einem Restaurant geworfen, weil ich dort gestillt habe.

Dazu habe ich das Glück zwei unglaublich niedliche Kinder zu haben, die den meisten Menschen im Zug/Geschäft/auf der Strasse eher eien “jööh” als einen irritierten Blick entlocken. Selbst wenn ich ein töibelendes Kind auf der Strasse neben mir liegen habe, bekomme ich eher mitleidiges Lächeln als blöde Kommentare.

Und doch: immer wenn ich im ÖV unterwegs bin, befürchte ich Leute mit der Anwesenheit meiner Kinder zu stören. Wenn ich unterwegs stillen muss, dann mache ich das am liebsten in einem Restaurant, das eine deutliche grosse Kinderecke hat. Ebenso, wenn ich auswärts essen gehen will. Sogar bei meinen Freunden entschuldige ich mich für das Verhalten meiner Kinder, die sich so verhalten wie es 1-2 Jährige nunmal tun.

Ich versuche diesen Blog eben nicht zu einem Mama-Blog werden zu lassen. Und stelle immer wieder fest, dass das gar nicht so einfach geht. Zumindest nicht, wenn ich täglich bloggen will und solange meine Tage überwiegend mit der Sorge für die Kinder gefüllt sind.

Ich sollte jetzt also einfach sagen: ja ich bin eine Mutter, Ja ich habe Kinder, Ja ich kümmer mich momentan “hauptberuflich” um sie, und ja ich stille auch in der Öffentlichkeit. Da kann auch ein Jochen-Martin Gutsch (wer das ist, kann euch das Leitmedium erzählen) nichts dran ändern. Da darf er nichts dran ändern können. Da dürfen auch die ganzen Bar- und Hotelbesitzer die lieber keine Kinder bei sich haben wollen nichts dran ändern. Die sollen sich lieber ärgern dass sie Kunden nicht wieder sehen, weil sie auch nach der Stillzeit und wenn die Kinder mal daheim bleiben lieber woanders Essen gehen und Ferien machen wollen. Und auch die lieben Social-Media Nutzer, die immer wieder erzählen, dass sie “das als Kind ganz sicher nicht gedurft hätten”

Kann ich also bitte diese blöde falsche Scham ablegen. Ich bin doch sonst nicht so.