“Für Sie ist das Ihr Leben” 

So sagte mir die Schulleiterin bei einem Telefonat am Dienstag nach dem Elterngespräch im Kindergarten. 

Und sie hat wohl recht. Für uns ist das Thema “Trans” sehr präsent, wir setzen uns täglich damit auseinander. Eltern, deren Kinder mit unserem in den Kindergarten gehen, haben vielleicht mal davon gehört, dass es das gibt, dank inzwischen doch immer öfter vorkommender Medienpräsenz, aber da es für sie nicht relevant ist, ist es eben nicht in ihrem Leben verankert, wie es das bei uns ist. 

So hat sich die Schulleiterin doch entschieden den Eltern mehr Information zukommen zu lassen als die schlichte Namensänderung auf der Telefonliste, die wir uns eigentlich gewünscht hatten. Es gab also zum Quintalsbrief der Kindergärternin in der die kommenden Termine und die kurze Erklärung zur beigelegten neuen Telefonliste genannt wurden noch einen extra Brief von der Schulleiterin. Dazu hat sie noch den Flyer vom TGNS dazu gelegt und den Artikel “Lukas ist jetzt Lea. Fertig Schluss!” (ja leider mit Deadnaming*, aber sonst gut) aus dem Elternmagazin Fritzi und Fränzi, der praktischerweise im März erschienen war. 

Auch die Schulergänzende Betreuung wurde von der Schulleitung informiert und hat sich auch entschieden, den anderen Eltern Informationen zukommen zu lassen. Da habe ich noch nicht nachgefragt, was es genau war, aber ich vermute, dass auch hier der Flyer zum Einsatz kam. 
Auch dort wurden alle Namensmarkierungen ausgetauscht und die Kinder haben auch mitgeschaut um auch keine zu vergessen. 

Und das Frühlingskind? Das ist laut Betreuung (mit denen spreche ich zumindest kurz beim Abholen) offener und spricht mehr. Und die Bauchschmerzen, die es öfter in der Betreuung hatte, waren jetzt auch erstmal nicht da. 

 

 

*noch kurz Begriffserklärung “Deadnaming”: Das ist wenn der alte Name verwendet wird. Viele Transmenschen wollen ihren alten Namen nicht mehr hören oder lesen, weil sie sich auch nicht (mehr) damit identifizieren. Es ist also auch unhöflich nach dem alten (oder gar “richtigen”) Namen zu fragen.