Tag: Feminismus

Fotokursprojekte 52von52

 

Das erste Halbjahr war neben viel Nähen sehr stark geprägt vom Kurs “Die Fotografie und ich” von der EB Zürich. Neben sehr viel Lernen durch sich vertraut machen mit Werken von bekannten Fotografen haben wir natürlich auch selbst viel fotografieren dürfen/sollen müssen. Am Ende sollten wir dann die Projekte auch entsprechend präsentieren.

Eine der Aufgaben war: jeden Tag ein Bild. Das mache ich ja eigentlich schon seit 2011. Aber letztendlich ist es inzwischen eher zu einem “ich wähle eines der Bilder aus, das ich eh an dem Tag gemacht habe” Ziel ist es aber eher, dass man bewusst für das Projekt ein Bild macht. Ich habe mich für einen Raum entschieden, den ich grundsätzlich mindestens einmal am Tag betrete. He was denkst du? Das Klo ist viel zu langweilig. Ich habe die Küche genommen. Da ist immer was los. Und der erste Kommentar von meiner Schwester war natürlich, dass es da sehr unordentlich ist. Haha. Küche und Esseck sind die einzige Räume die tatsächlich jeden Tag geputzt werden. Aber eine aufgeräumte Küche täglich zu fotografieren wäre ja langweilig.

Als Präsentation habe ich mich für ein Magazin entschieden. Dabei laufen die Bilder wie ein Band durch das Heft.

Wobei dann jede 4er Gruppe so ein bisschen montiert ist.

Und auch wenn es jetzt anders aussieht: Die Streifen wandern durchs Heft, also mal in der Mitte der Seite, mal unten entlang mal oben entlang.

 

Die nächste Grosse Aufgabe war: Mache eine Wanderung 4x. Dabei sollten wir für jede Wanderung eine andere Tageszeit nehmen. Also einmal in der Früh, einmal (Nach)Mittags, einmal Abends einmal Nacht. Wenn wir Menschen begegnen sollten wir sie ansprechen. Ein Grosser Horror für mich, aber ich habe mich dem gestellt. (Meine Mitkursisten haben sich damit noch schwerer getan als ich). Also bin ich 4x durch die Gegend gestiefelt und habe alles fotografiert was mir so vor die Linse gekommen ist. Präsentiert habe ich das dann als lose Drucke in einer Schachtel, die ich noch selbst mit Stoff überzogen habe, weil ich das Amerikanische Format genommen habe.

Und als wenn diese Wanderungen noch nicht genug Aufwand waren haben wir von der zweiten Kursleiterin fast alle 2 Wochen noch weitere Aufgaben bekommen. Bis hin zum Abschlussprojekt. Ich habe dabei eine der Aufgaben erweitert. Als es um Personendarstellung ging und ich dafür Leute gesucht habe, habe ich Rückmeldung von 2 meiner Freundinnen bekommen, dass sie da mitmachen würden. Eine davon ist Mutter von 3 Mädchen und eine von 3 Jungs. Daraus ist die Idee gewachsen, Eltern in den Kinderzimmern zu fotografieren und mich dazu auch mit ihnen über Geschlechterverhalten und ihre Reaktion/Einstellung und auch die Haltung der Kinder dazu zu unterhalten. Also suchte ich mir Eltern von sowohl nur Jungs, als auch von nur Mädchen und von Jungs und Mädchen. Sie sollten also jeweils mindestens 2 Kinder haben. Leider habe ich nur Mütter für mein Projekt gewinnen können. Sei es, weil die auf FB aktiver sind oder sei es, weil hier die Kindererziehung noch immer weitestgehend in Mütterhand ist.

Entstanden sind so 10 Portraits von Müttern im Kinderzimmer mit Umgebungsbildern und einem Kleinen Text dazu. Das ganze mit einem auffälligen Einband.

Ein super spannendes Pojekt, bei dem ich sehr dankbar war, dass mir die Türen geöffnet wurden und für das ich gerne mehr Zeit gehabt hätte.

Bei den Kursleitern kam es sehr gut an. So gut, dass ich bei der Ausstellung “genötigt” wurde, die Bilder in ganz gross (es wurde A3+) auszudrucken und an der Wand zu präsentieren:

Leider haben die Bilder ohne Text eher etwas Verwirrung gestiftet, aber es gab dann ein paar spannende Gespräche dazu.

Ich finde die Projekte haben durchaus einen Platz in meiner Liste verdient.

1von52: bemalte Minikommode

2von52: Papierkrameck gestalten

3von52: Onbag aus Tragetuch

4von52: Haishirt

5von52: Latzhose mit Reissverschluss

6von52: Hülle für Antiapnoeteil

7von52: T-Shirt für’s Frühlingskind

8von52: Ballonkleid

9von52: Cordrock

10von52: Kuhkostüm

11von52: Fuchshose

12von52: Wolkenshirt

13von52: Kleid für eine Hochzeit für mich

14von52: Kleid für eine Hochzeit fürs Herbstkind

15von52: Hochzeitsgeschenk

16von52: Bunte Wände

17von52: Kindergartenrucksack

18von52: Sommerkleid für’s Frühlingskind

19von52: Turnbeutel für’s Frühlingskind

20von52: Bunte T-Shirts

21von52: Beinfreiheit in Blau für mich

22von52: Beinfreiheit in grau für E.

23von52: Beinfreiheit in Lila für E.

24von52: Unterhemden fürs Herbstkind

25von52: 7 Unterhosen fürs Herbstkind

26von52: nochmal 3 Unterhosen fürs Herbstkind

27von52: Monatsfotobuch Januar 2017

28von52: Monatsfotobuch August 2016

29von52: Kurze Upcyclinghose fürs Frühlingskind

30von52: Sommertop fürs Frühlingskind

31von52: schnelle Jeans fürs Frühlingskind

32von52: Küchenbilder

33von52: 4 Wanderungen

34von52: Rosablau

 

 

 

 

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#12von12 im Juli

Der 12. Juli. Heisst, heute gibt es wieder 12 Bilder von meinem Tag. So wie man viele bei draussennurkännchen finden kann. War heute actionreich aber irgendwie nicht fotogen.

1. Ich hab mal wieder recht spät dran gedacht, aber der Blumenstrauss, den ich in der Früh geschnitten habe, steht ja weiterhin da.

2. Wenn man bei nicht ganz so tollem Wetter und unter der Woche vormittags bevor die Schulferien anfangen ins Freibad geht, dann ist es recht leer dort.

3. Nach 1000 m Schwimmen und dorthin und wieder zurück radeln habe ich hunger, zum Glück musste ich nur schnell die Reste vom Sonntag aufwärmen

4. Kirschen zum Nachtisch

5. Ich hole das Frühlingskind heute früher ab, um die Zeit zu vertreiben fahre ich “schön”, sprich durch ein winziges Stückchen Wald was wir hier haben.

6. Wir besuchen den Hort, der mit der Schule verbunden ist. Da das Frühlingskind im Sommer in den Kindergarten geht, wechselt für es auch die Betreuung. Es darf den Beutel für die Wechselkleidung selbst gestalten

7. Gendermist bei den Zahnputzbechern. Mädchen bekommen Geschnörkel in Rosa (immerhin zum Teil auf gelben Bechern) und Jungs die serifenlose Schrift auf blau….

8. Die Kinder toben sich mit Verkleidung aus. Das Frühlingskind sucht ein Schwert zum Drachenbekämpfen. Leider finden wir keines, aber ein Pferd haben wir gefunden.

9. zu Hause schläft mir das Kind auf der Flucht vor dem Saugroboter ein. Ich nutze die Zeit um eine Fotoaufgabe nochmal nachzubessern

10. Das Herbstkind muss auch noch abgeholt werden. Also nochmal aufs Rad. Bei der Schranke müssen wir warten. Einem Fahrradfahrer war die Wartezeit von 4 Minuten – die Schranke macht zwischen den Zügen nicht nochmal auf – zu lange und er ging an der Schranke vorbei. Tolles Vorbild für mein deutlich als Verkehrsanfänger gekennzeichnetes Kind [/ironie]. Immerhin wurde er gleich Schweizerisch korrekt angemault, was das denn solle, da ist ja ein Kind. 11. Das Herbstkind will Beeren essen, also ernte ich die gerade reif gewordenen Heidelbeeren aus dem Garten. Das Frühlingkind will natürlich auch.

12. Mittagsschlaf sorgt für späten Nachtsschlaf. Da werden bei uns manchmal auch noch 4jährige getragen. War leider nicht effektiv, es hat angefangen zu regnen und die Kinder haben sich gegenseitig wach gelabert.

Muttertagswünsche

ich wurde – mal wieder von Julie – auf die Aktion #Muttertagswünsche , #Vatertagswünsche aufmerksam gemacht. Muttertag hatte in meiner Familie nie einen grossen Stellenwert und auch mein Vater gehörte nicht zu den Bollerwagenfahrern.

Seit mein Kind in der KiTa ist, gibt es auch ein Muttertagsgeschenk. Bisher immerhin nichts superkitschiges oder mit seltsamen Sprüchen versehenes (bemalte Tasse und bemalte Flüssigseife). Ich bin daher noch nicht ganz auf Krawall gebürstet.

ich finde aber den Gedanken Muttertag zu nutzen um auf die Hürden, die die Gesellschaft Eltern in den Weg legt aufmerksam zu machen einen sehr guten.

Zum einen würde ich ja am liebsten erstmal die Traditionen umdrehen. Am Vatertag sollte man den Tag mit der Familie verbringen und am Muttertag sollte die Mutter mit ihren Freundinnen ohne Familienanhang unterwegs sein. Wie oft lese ich von Müttern, die das Wochenende zu Hause mit ihren Kindern verbringen, weil der Vater mit seinen Kumpels Mountainbiken (oder was anderes) ist? Wie selten lese ich von Müttern, die Mann und Kinder daheim lassen um selbst mal ein Wochenende mit Freundinnen zu verbringen? Dann braucht man auch nicht wirklich einen Extra-Tag für die Väter um genau das zu tun, was sie eh oft genug am Wochenende machen. Genausowenig braucht man einen Sonntag, der vielen normalen Sonntagen gleicht.

Gehe ich auf den Gedanken zurück einen Wunschzettel an die Gesellschaft zu schreiben, so wünsche ich mir für unsere Eltern gute Betreuungsmöglichkeiten im Alter damit die Sandwichgeneration, die sich zwischen Betreuung der eigenen Eltern und Betreuung der eigenen Kinder befindet das etwas beruhigter angehen kann.

Dann wünsche ich mir vor allem für die Väter Arbeitgeber, die es den Eltern erleichtert Teilzeit zu arbeiten und das vor allem auch deutlich zu vermitteln. Wie häufig höre ich (vor allem von Männern): “ich kann in meinem Job nicht auf Teilzeit gehen” und dann höre ich, dass sie sich gar nicht getraut haben zu fragen. Wer weiss, vielleicht wäre das schon möglich gewesen.

Dann wünsche ich mir, vor allem hier in der Schweiz, gute ausserschulische Betreuung. Es kann doch nicht sein, dass Eltern in den ersten 4 Jahren bessere (wenn auch kostenintensivere) Betreuung für ihre Kinder finden als nach dem Eintritt in den Kindergarten, wo man nur mit elterninitiierten Mittagstisch es schaffen könnte eine Teilzeitstelle zu arbeiten.

Ach es gibt bestimmt noch viele Wünsche die ich äussern könnte, aber vieles wurde ja schon auf Twitter gesagt.

 

Still

Mich lässt das Thema mit dem Stillen nicht so ganz los. Ich hatte es ja nur kurz angesprochen. Inzwischen liegt hier der nächste Spiegel rum und darin waren dann auch die Leserbriefe. Klar, man könnte jetzt sagen “don’t read the comments!” was ich online auch selten tue, aber die Leserbriefe im Spiegel lese ich häufig, weil ich den Spiegel selten ganz lese und mich manchmal die Reaktionen neugierig auf Artikel machen, die ich noch nicht gelesen habe. Und hier liegen die Zeitschriften meistens eine Weile auf dem WC rum, so dass ich dann auch zurück liegende Artikel lesen kann.

Aber zurück zum Stillen. In den Leserbriefen waren auch einige Reaktionen – auch von Frauen – die dem Herrn recht gegeben haben. Im Sinne von, die Frau, die da um ein Gesetz bittet, dass es stillenden Müttern erlaubt, soll sich doch nicht so haben. Die stillenden Frauen würden ja immer was anderes finden, wo man stillen kann.

Ja, aber. Muss ich denn wirklich ein Lokal verlassen, wo ich schon was bestellt habe, weil mein Kind anfängt zu schreien? Soll ich mein Kind vor Hunger schreien lassen, weil ich jetzt unbedingt selbst was trinken will? Stört das nicht noch viel mehr als ein schnell angelegtes Baby, das trinkt?

Ich denke, dass die Frau durchaus recht hat auf die Diskriminierung hinzuweisen. Denn sie wurde aufgrund des Geschlechts und als Minderheit “stillende Mutter” diskriminiert.

Der Betreiber meint wohl, er hätte nichts dagegen, dass gestillt wird, aber die Frau wollte das vorne machen, während er es ok findet wenn im hinteren Bereich gestillt wird. Komisch, dass dann die Kellnerin und der Chef selbst, das der Mutter nicht gesagt haben, sie hätte also theoretisch in den hinteren Bereich umziehen können. Angeblich wurde sie aber des Ladens verwiesen und ihr gerade noch angeboten, das Geld erstattet zu bekommen. (so beschreibt es zumindest der Artikel, den ich dazu gefunden habe)

Und auch dann. Wie viele Frauen stillen tatsächlich “demonstrativ” in der Öffentlichkeit? Ja es gibt Babys die am liebsten gar keinen Stoff in der Nähe haben wollen, und ja es gibt Babys die alle zwei Sekunden abdocken. Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass die Mütter dennoch versuchen werden es je nach örtlichen Begebenheiten, so diskret wie möglich zu halten.

Und auch dann. Wie viele Leute beschweren sich denn tatsächlich? Gibt es wirklich so viele Menschen, die a) anderen unbedingt auf den Tisch / ins Essen gucken, dass sie entsprechend auch direkt sehen, wenn jemand am Tisch stillt? und b) sich wirklich davon angeekelt fühlen? und das dann auch noch c) dem Betreiber des Lokals auch sagen?

Ich weiss es nicht. Meine Erfahrung zeigt es mir nicht. Aber ich gebe ja auch zu zum einen meistens ein Lokal zu suchen, wo ich vermute, dass es kein Problem ist, zum anderen hatte ich ein sehr mitmachendes Baby das ich direkt gegenüber von Menschen anlegen konnte ohne dass diese es gemerkt haben, dass es gerade trinkt. Das andere Baby dagegen war (und ist) beim Stillen so schwierig und leicht ablenkbar, dass ich das Stillen soweit möglich zu Hause erledige oder nach einem wirklich ruhigen Ort suche. Nicht, weil ich befürchte, dass ich andere damit stören könnte, sondern weil mein Kind sich an dem Trubel stört.

neulich beim Fernsehen

Gestern haben wir am Abend noch kurz in das Fussballspiel Schweiz-Kamerun angesehen. Während für die Männer-Fussballweltmeisterschaft riesige Veranstaltungen gemacht werden, Arbeitgeber Verständnis zeigen, dass man lieber 90 min auf einen Bildschirm guckt der nicht wirklich was mit dem normalen Job zu tun hat läuft die Frauen-Fussballweltmeisterschaft irgendwo im Hintergrund. Immerhin zeigen sie es im Fernsehen und anscheinend auch alle Spiele (ausser die, die parallell laufen). Aber es gibt leere Ränge und auch sonst wird kaum darüber geredet und Schlagzeilen in den Zeitungen findet man ziemlich sicher nicht auf der Titelseite (auch wenn Deutschland die Gruppenphase mal mit einem Torverhältnis von 15:1 rausgekommen ist)

Als Kritik kommt häufig: ja, die spielen ja auf nem viel zu niedrigen Niveau (Scotty meint es ist sehr unterschiedlich, im Vergleich zur Deutschen Männerbundesliga irgendwo zwischen untere erste und untere zweite Liga). Ja das mag sein, aber ich glaube nicht, dass dies an nichtvorhandenen Fähigkeiten der Frauen liegt. (gut dazu auch der Kommentar im Forum: “bei Leichtatlethik regt sich auch keiner darüber auf, dass es die Wettkämpfe für Frauen gibt wo doch die Teilnehmerinnen grundsätzlich langsamer sind oder weniger hoch/weit Springen als ihre männlichen Kollegen”)

Meine Vermutung ist die unterschiedliche Förderung. Nachdem ja Männerfussball ein sehr hohes Ansehen hat, gibt es da mehr Geld, das dort hineinfliesst.

So gibt es bei den grossen Vereinen die Talentscouts, die sich die Jungs aus der Region angucken. Diese herausfiltern und ggf in die “richtige” Richtung drängen inclusive Fussballinternat etc. wo dann neben der Schule fast nur noch Fussball angesagt ist.

Machen die das auch bei den Mädchen? Nicht dass ich wüsste (wer es besser weiss darf mich gerne verbessern)

Und dann weiterhin. Die Gehälter der Bundesligaprofis bei den Männern liegt im Millionenbereich während die Frauen vermutlich nebenbei noch einen weiteren Job brauchen um überhaupt über die Runden zu kommen. Ich denke, das diese Diskrepanz sicherlich auch in den niedrigeren Ligen zutrifft. Wer wird sich da wohl besser auf das Trainieren von Pässen, Ballannahmen etc. konzentrieren können? Die Fussballfrauen können keine Equalpayday machen, der würde nur alle 5 Jahre stattfinden.

Und letztendlich ist so ein Fussballspiel zwischen Frauen genauso spannend oder unspannend wie zwischen Männern. Es sind 22 Menschen, die hinter einem Ball herrennen. Würde sich durch höhere Investition in die Förderung das Niveau verbessern und dann vielleicht auch mehr Leute gucken, was wieder zu mehr Förderung führt und….?

 

hm – mehr bloggen

Disclaimer: da ich ja jetzt mehr bloggen möchte, werde ich jetzt vermutlich auch Themen ansprechen, die ich vorher nicht angesprochen habe. Bitte haltet im Hinterkopf, dass ich a) nicht immer alles wissen kann, b) versuchen möchte mich kurz zu fassen. Dadurch kann es sein, dass manche Themen nur einen Teilaspekt abdecken und das Grosse Ganze eventuell ausser acht gelassen wird. Dazu kommt, dass ich zu manchen Themen eventuell nur meine Gedanken dazu schreibe aber meine Meinung dazu nicht in Stein gemeisselt ist (weil siehe a)) .

 

Im Lieblingsforum tauchen manchmal eben solche Themen auf. In diesem Fall ging es um Mutter/Vater/Kind. Da lasse ich dort gerne mal die Finger davon, weil ich da gerne emotional reagiere wo rationell und fundiert erfordert wird. Aber dies ist mein Blog und hier darf ich hoffentlich schon mal emotional reagieren.

Die Frage die aufkam war: “ist es tatsächlich ein Männlein/Weiblein Phänomen, dass Frauen schneller auf Baby- oder Kindergeschrei reagieren oder ist das konditioniert”

Julie und ich waren jeweils der Meinung, dass das konditioniert ist und unsere Männer beide jeweils auch reagieren würden. Eine Userin die derzeit Medizin studiert konnte das mehr oder weniger bestätigen.

Es gibt Untersuchungen dazu, dass das bessere Hören auf hohen Frequenzen bei Frauen konditioniert ist und überwiegend nur bei Frauen sowie generell bei Personen (auch Männern) auftritt, die ein Kind haben. Das ist im Prinzip diese “selektive Aufmerksamkeit”: bevor Dinge ins Großhirn gelangen, wo sie uns bewusst werden, werden die Informationen im Thalamus ausgefiltert und in wichtige (weiterleitungswürdige) und unwichtige getrennt. Wenn man jetzt gelernt hat, bei Babygeschrei möglichst schnell wachzuwerden, weil das ein für einen wichtiger Reiz ist (Baby hat Hunger, ist in Gefahr ect.) wird das selektiv eher weitergeleitet als z.B. eine zufallende Tür o.ä. Als wir im Physiologiepraktikum unser Gehör vermessen haben, hatten die meisten meiner Kommilitoninnen auch diese Hörspitze bei hohen Frequenzen nicht (ich war da sogar besonders schlecht ), sondern nur die Kommilitoninnen und z.T. auch Komilitonen, die Kinder hatten.

Fand ich recht spannend und hat uns ja mehr oder weniger bestätigt.

Als die Fragerin daraufhin behauptete sie würde ihren Mann entprechend mal darauf aufmerksam machen, dass er ja ruhig auch mal wach werden könnte kam folgende Aussage:

Wenn du diejenige bist, die zu Hause beim Kind ist, und dein Mann normal arbeitet, finde ich es völlig legitim, dass er nicht aufwacht, sondern weiterschläft (und bevor die Keule kommt – das würde auch im umgekehrten Fall gelten).

Und ich wollte mit der Keule kommen, aber hab es gelassen. Der Thread ist inzwischen weiter gewandert, aber das Thema ist bei mir hängen geblieben.

Diese Aussage zeigt für mich eine Geisteshaltung, die mich nicht mehr wundern lässt, warum es in Deutschland nötig ist, dass die KiTa Mitarbeiterinnen streiken.

Für mich klingt das nach: “nur derjenige der ausser Haus arbeitet, hat das Recht auf Schlaf” und “zu Hause auf Kind(er) aufpassen ist keine Arbeit” (und weil es keine Arbeit ist, braucht es ja auch nicht entlohnt werden, deswegen brauchen auch Leute, die in der KiTa arbeiten dafür keinen Lohn erhalten)

Letztendlich finde ich, dass jeder das für sich entscheiden sollte, wie man das untereinander hält. So hat meine Schwester (die ausser Haus arbeitet) mit ihrem (daheimbleibenden, sich um die Kinder kümmernden) Mann den Deal: “wenn sie zuhause ist, dann braucht er sich nicht kümmern”. Letztendlich kümmert er sich dann doch mit. Bei uns gibt es keinen solchen Deal, aber ich bin jeweils froh, wenn ich nicht alleine mit den Kindern bin und auch Scotty dann guckt (was er auch macht)

Und ich finde, dass Kinder behüten sehr wohl Arbeit ist. Meistens macht die kinderbetreuende Person ja auch den Grossteil des Haushalts (und der wird mit jedem Kind erstmal eher mehr als weniger) und manches Kind lässt nichteinmal das zu, weil es sich nicht weglegen lässt, weil es nur schreit, weil es eben nicht schläft, oder keinen Mittagsschlaf braucht. Und dann sind wir wieder beim Einzelfall.

Und mancher ausser Haus mit Lohn Job ist um einiges entspannter als Kinderhüten und Haushalt. Nur weil man die Zeit nicht zu Hause verbringt heisst es nicht, dass es schwerer, anstrengender oder wichtiger ist, als die Arbeit die zu Hause erledigt wird. Es ist nur in dem Sinne wichtiger, weil dieser Job dann die Existenzgrundlage für die Familie ist. Aber ob man deswegen grundsätzlich mehr Recht auf Schlaf hat?

Wie halten es denn die Eltern unter meinen Lesern? Ist das nächtliche Kümmern nur Sache der Hauptbetreuungsperson? Macht ihr gemeinsame Sache? Habt ihr beide die Konditionierung auf die höheren Frequenzen oder hört nur eine/r die Mäuse husten? Und die Nichteltern rein hypothetisch?

 

*hust* soweit zum Thema ich fasse mich kurz.

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