Tag: Gedachtes

queer: und wenn es doch nur eine Phase ist?

Eine der häuigsten Reaktionen auf meine Erklärung, dass das Frühlingskind jetzt einen anderen Namen und ein anderes Pronomen hat, ist: “meinst du nicht, dass das nur eine Phase ist?” oder “Kann ja auch eine Phase sein” meistens dann gespickt mit “in der Klasse von meiner Tocher war auch ein Mädchen, dass lieber ein Junge wäre und das ist dann vorbei gegangen” oder “Der Sohn von XY hatte auch ein Phase wo er die Nägel lackiert haben wollte, gesagt hat, dass er ein Mädchen ist und Kleider anziehen wollte. Jetzt spielt er gerne Fussball und ist ein ganz normaler Junge” 

OK. Klar, kann es eine Phase sein. Klar ist es möglich, dass unser Kind aufgrund von der Familiensituation sich jetzt ausprobieren möchte. Vielleicht möchte es tatsächlich einfach mal wissen, wie es ist mit einem Namen angesprochen zu werden, der dem anderen Geschlecht zugeordnet ist, als das was ihm bei der Geburt zugewiesen worden ist. Natürlich ist es möglich, dass es in einer Woche, in einem Jahr, in einem Jahrzehnt feststellt, dass das ursprünglich zugewiesene Geschlecht vielleicht doch richtiger ist, oder vielleicht auch gar keins. 

Was aber wenn es keine Phase ist? 

Was, wenn mein Kind auch in einer Woche, in drei Monaten in 5 Jahren, in 10 Jahren noch immer sagt, dass das ursprünglich zugewiesene Geschlecht nicht stimmt? 

Womit richte ich als Eltern/Umfeld mehr Schaden an? 

Wenn ich meinem Kind jetzt die Möglichkeit gebe die “Phase” auszuleben, das Umfeld auch den neuen Namen verwendet, es als das wahrgenommen wird, was es ist/denkt zu sein und das ggf. auch wieder rückgängig zu machen, wenn es feststellen sollte, dass es doch eine Phase war?
Ihm die Möglichkeit gebe, wenn es in Richtung Pubertät geht darüber zu sprechen und ggf. mit Pubertätsblockern noch mehr Zeit zu geben für sich herauszufinden, was jetzt stimmt.

Oder

Wenn ich alle Aussagen wie:

“mein neuer Name ist ein Bubenname, weil ich bin ein Bub”,

“Ich will meine Haare kurz haben, weil ich ein Bub bin”

“Ich bin ein Junge, ich bin ein wilder Junge” 

ignoriere oder “verbessere”, ihn weiterhin mit dem alten (Mädchen)Namen anspreche, und nur milde lächel und klar mache, dass ich das ganze nicht Ernst nehme?

Was wenn es keine Phase ist, und mein Kind durch meine Ignoranz und Aussagen (alles was die Eltern sagen, stimmt ja erstmal – egal wie bescheuert es vielleicht tatsächlich ist) denkt, dass es sich da wohl geirrt hat um dann später festzustellen, dass es sich nicht geirrt hat und es jetzt den Eltern klar machen muss?

Wird es sich in der Zukunft eher den Eltern gegenüber öffnen und erzählen, dass es sich geirrt hat, die ihm die “Phase” zugestanden haben, oder eher den Eltern die das ignoriert und nicht ernst genommen haben? 

Queer: es geht auch einfach

Manche Sachen, über die schreibt man einfach nicht, weil sie nicht wirklich einen ganzen Blogbeitrag liefern. Sondern eher so tweetlänge haben und dann vergesse ich das zu tun oder so. Aber es gab eben in letzter Zeit wieder Situationen wo ich mir dachte, ah das solltest du schreiben. Und dann vergesse ich das wieder. Und dann gibt es wieder die Situation, die mich daran erinnert, dass es doch sinnvoll ist darüber zu schreiben. Denn auch wenn meine Leser überwiegend zur queerlinken Bevölkerung gehören gilt das eben nicht für jede_n den/der ich begegne. 

So erzählte ich vorgestern, dass ich auf der Pride in Zürich war und musste dann erstmal erklären was das ist. Oha. 

Aber bei der derzeitigen politischen Lage möchte ich die kleinen positiven Dinge berichten, nicht, dass die Person der ich da erklären musste dass die Frage nach einer geschlechtsangleichenden OP indiskret ist. 

Also es geht auch einfach!

Zum Beispiel im Schwimmunterricht vom Frühlingskind. Das hat neben dem Schwimmunterricht der im Kindergarten stattfindet (wo es mit den anderen Jungs in die Umkleide darf und dort die Kabine nutzen darf) auch noch Schwimmunterricht der etwas mehr ist als das von der Schule angebotene. 

Der findet in einem normalen Hallenbad statt, wo es die individuellen Umkleiden gibt, die Duschen aber geschlechtsgetrennt sind. Immerhin gibt es in der Damendusche auch Kabinen – ich vermute bei den Männern auch, da war ich nur nie drin. Im jetzigen Unterricht gehen alle Kinder unabhängig vom Geschlecht mit den Schwimmlehrerinnen durch die Damendusche (weil alle noch so klein sind)

Situation: wir warten am Treffpunkt. Es gibt eine neue Lehrerin. Sie kennt die Kinder also noch nicht. Guckt das Frühlingskind an fragt “und du bist der?” (ok, man könnte natürlich das “der” weglassen -weil ja damit das Geschlecht impliziert ist). Das Frühlingskind antwortet mit dem neuen Namen. Lehrerin guckt irritiert auf die Liste. Ich erkläre, dass da vermutlich noch der alte Name drauf steht. Sie stutzt nicht einmal streicht den Namen durch, schreibt den neuen dazu. Fertig. OK in der Woche drauf hatte sie nochmal den alten Namen auf der Liste, meinte dann, dass sie das im Büro nochmal angibt. Aber gut. Sonst keine weiteren Fragen oder Irritationen. 

Im Unterricht wird ganz selbstverständlich der neue Name verwendet. Ende. 

 

Das andere Beispiel ist das “was sollen denn die Kinder denken?” 

Ich habe mich mit einer anderen Teilnehmerin vom Eltern-Kind-Turnen unterhalten. Ihr Kind ist in einer anderen Gruppe vom Kindergarten und fährt wohl ab und zu mit dem Frühlingskind Bus. 

Anfang des Schuljahres meinte das Kind wohl: “da ist ein Junge im Kindergarten, der [alter Name] heisst und ab und zu Mädchensachen trägt.”

Mutter meinte daraufhin wohl, “na wenn er diesen Namen hat, ist er wohl ein Mädchen” (ich vermute sie hat die weibliche Variante verwendet)

Kind: “nein, das ist ein Junge, das sieht man doch!”

Mutter: …

Jetzt hat sie mich eben darauf angesprochen, weil ihr Kind wieder mit dem Frühlingskind im Bus gefahren ist. Es hat ihr erzählt, dass das Frühlingskind jetzt anders heisst, ob das jetzt offiziell ist. Das konnte ich dann bestätigen. 

Das Kind hat es also einfach hingenommen. Es war halt einfach ein Junge mit Mädchennamen, der ab und zu Mädchensachen trägt. Und jetzt stimmt halt auch der Name. (und das Frühlingskind hat wieder ein Sommerkleid geordert 😉 – Kleidung hat kein Geschlecht)

#wmdedgt im Juni 2018

Frau Brüllen will es wie jeden 5. wissen. Was machen wir so den ganzen Tag?

Zur Zeit sind meine Tage ziemlich ereignislos. Immerhin habe ich es gestern Abend geschafft die Schwimmsachen vom Frühlingskind schon mal an die Tür zu hängen. War auch gut so. Denn

Ich werde in der Früh erstmal zu spät wach. Das ist nicht wirklich tragisch, weil siehe oben. Und es ist quasi die halbe Stunde, die ich normalerweise am liebsten alleine bin, bevor ich die Kinder wecke. Aber nachdem E. ihren Morgen momentan nach hinten verschoben hat, bin ich eh nicht alleine. Auf Instagram erfahre ich dann, dass Shadowhunters abgesetzt wird und ich klebe erstmal an Twitter. Viel zu kurz, zumindest das Frühlingskind muss ja jetzt aufstehen, damit es dann auch rechtzeitig in den Kindergarten kommt. Es ist zwar wach bleibt aber noch liegen und weckt dann mit Rumgehampel auch das Herbstkind. Auch gut. Frühstück für die Kinder, Znüni packen, Frühlingskind aus dem Haus komplimentieren. 

Dann Anziehen, feststellen, dass meine Haare irgendwie Vogelnestcharakter haben und wegstecken. Ich räumel noch ein bisschen rum und dann ist auch schon wieder Zeit zur Schule zu gehen um am Eltern-Kind-Turnen mitzumachen. Das Herbstkind fährt fleissig mit dem Laufrad los und stellt es auch ordnungsgemäss ab. Ich sollte mir wohl so langsam angewöhnen eher einen Rucksack mitzunehmen, weil die Umhängetasche behindert mich eher beim laufen und ich muss jetzt immer öfter rennen um mit dem Herbstkind mitzuhalten. 

Wir hüpfen und rennen fleissig durch die Turnhalle und dann geht es auch nach einem kleinen Snack wieder nach Hause. 

Beim Mittagessen habe ich erst zwei Dinosaurier die rumbrüllen, ich brülle mit und mache mir dann Gedanken darüber, ob Dinosaurier überhaupt gebrüllt haben, wenn sie doch die Vorfahren von Vögeln waren und ob es dann eher zwitschernde Velociraptoren waren. 

Auch beim Essen erzählt mir das Frühlingskind in welcher Umkleide es beim Schwimmen war, und dass es dort einen abgetrennten Bereich (Mit Bank!) gab, wo es sich umziehen durfte. 

 

Nach dem Essen setzte ich mich draussen hin um mich der meditativen Aufgabe der Nestellöchergestaltung hinzugeben. 

Nicht sehr meditativ, wenn es noch immer Dinosaurier hat, die um mich herum brüllen. Oder Leoparden, die mich auffressen wollen, oder Friseure, die meine mühsam hochgesteckten Haare wieder auseinander fieseln um sie kämmen zu dürfen. Bei Vogelnest heute nicht wirklich die einfachste Aufgabe. Auch wollen die Kinder auch nähen und bekommen jeweils ein Stück Stoff, Nähnadeln und Garn. 

Das Frühlingskind entdeckt in der Küche den zum Trocknen aufgehängten Liebstöckel und darf den in das Vorratsglas zerbröseln. 

 

Am Abend habe ich dann doch ein paar Nestellöcher geschafft. Das Frühlingskind zerdeppert mir kurz bevor ich los muss und natürlich auch bevor E. (die mit dem Fahrrad noch an eine Strassensperre für Schiessübungen geraten ist) zu hause ist, noch ein Glas mit Apfelsaft. Immerhin in der Küche, so dass der Boden schnell frei ist, um noch zu kehren und zu saugwischen. 

Dann ist auch E. da. Ich räume noch kurz draussen auf, weil sich Regen ankündigt und es geht ab zum Chor. Wir proben das “Sanctus” und alle verschiedenen “Dies Irae” (YT- nicht wir) Stellen aus Verdis Requiem. Ich freue mich schon jetzt auf das Konzert im Oktober.  

Wieder zu Hause bekomme ich statt der vom Frühlingskind angekündigten aufgeräumten Wohnung das grosse Chaos. Das Körbchen mit den einzelnen Socken und noch einige Tücher und die Sofapolster liegen am Boden. Ah well. Erstmal bloggen. Das Zeug liegt morgen auch noch da. 

#WMDEDGT im April 2018

Es ist April, der 5. Und Frau Brüllen will wie jeden 5. seit 5 Jahren wissen, wie unser Alltag so aussieht. 

Leider ist es Donnerstag. Donnerstag ist bei mir meistens der langweiligste Tag der Woche. Vor allem dann, wenn ich gar nichts geplant habe und das ist heute der Fall. 

In der früh wache ich aus seltsamen Träumen, die Kleider und Rasierpinsel beinhalten, auf. Es dauert ziemlich lange bis ich in der Realität ankomme. Erstmal Tee und Frühstück. Spülmaschine starten und so. 

Dann wecke ich das Frühlingskind, das gar nicht geweckt werden muss, es ist schon wach und spielt mit der Katze. Ich bringe ihm Milch und setze mich nochmal kurz hin und lese. Dann muss es tatsächlich aufstehen, will aber nur Frühstück von E. die heute erst am Nachmittag arbeiten muss. E. und das Herbstkind werden auch wach und Herbstkind bekommt auch Milch. Dann gibts noch Frühstück für die Kinder und den täglichen Kampf ums Anziehen. Irgendwie schafft es das Kind aber auch rechtzeitig aus der Tür raus. 

Ich kümmere mich erstmal um meine Neverending Story: “Wäsche”. E. schwingt sich auf ihr Rad, das noch mit Rollentrainer im Wohnzimmer steht. Damit ist auch das Herbstkind beschäftigt, denn es guckt immer voller Begeisterung auf die Trainingsapp. Ich nutze das abgelenkte Kind um noch schnell die Ärmel und das Halsbündchen vom T-Shirt für’s Frühlingskind zuzuschneiden. Der Vormittag verläuft mit Haushaltskram und zwischendrin kurz nähen, Herbstkind mit Essen versorgen und weiter Haushaltskram noch eine Naht, Herbstkind geht mit E. duschen, ich häng Wäsche auf, trockne zwischendrin das Kind ab. Dann ist es auch schon Zeit zu kochen. Das Frühlingskind hat sich heute etwas aufwändigeres gewünscht und so verbringe ich statt der üblichen 10-20 min diesmal gleich ne Dreivierteltunde in der Küche. Immerhin ist es etwas, was sich gut aufwärmen lässt und ich hab damit etwas zu essen für morgen. 

Nach dem Essen mache ich kurz einen tbt (ThrowBackThursday)-Post auf Instagram. Eines der Pferde vom Haras de la Nied, das ich super gerne geritten bin, ist gestorben. Er war 21 und der erste Ritt ist 15 Jahre her. Und das Bild noch analog. 

Ich bekomme einen ganzen Schwung likes,  nicht auf dieses Bild, sondern auf alte Bilder von einem neuen Follower. Der ist irgendwie seltsam, irgend ein US-General? Der schickt auch gleich noch eine private Nachricht. Why? Es ist auch nur ein schlichtes “Hi” Nicht, dass ich darauf reagiere. Und sein Profil ist dann privat. Ich sollte wohl mehr LGBTQ-Content machen, vielleicht werde ich ihn dann wieder los. Und auch bei Twitter folgt mir irgendein Bibelfreak. Hm. Suche Models für LGBTQ-Fotoshoots?! 

Die Kinder spielen ein bisschen miteinander und ich mache das T-Shirt fertig. Das Frühlingskind möchte das Shirt  dann auch gleich dem besten Freund zeigen und beide Kinder ziehen also los zu den Nachbarn. Ich bleibe noch ein bisschen sitzen, trinke Tee und lese. Mein eigentlicher Plan hatte vorgesehen, dass ich das schöne Wetter nutze um auf der Terasse aufzuräumen. Nur das das schöne Wetter doch nicht wirklich da ist. Der Wind ist eher von der Sorte bähkalteisigdawillichnichtraus. Die Kinder merken das auch, sie hatten jeweils nur T-Shirt/Unterhemd und kurze Hosen an. Sie kommen also recht schnell zurück um sich dann doch etwas wärmer anzuziehen.

 

Das Herbstkind kommt heulend zurück, “der [Nachbarsjunge] hat gesagt sie wollen alleine sein”. Ich räume dann doch ein bisschen zusammen mit dem Kind auf der Terrasse auf, bis es anfängt zu regnen. Das Herbstkind ist quengelig und wir kuscheln ein bisschen auf dem Sofa. Irgendwann steht es auf und meldet aus dem Kinderzimmer, dass es “das da” spielen will. “das da” ist die Playmobilkiste. Da im Kinderzimmer irgendwie ziemliches Chaos herrscht und das Chaos im Wohnzimmer eingrenzbar ist, stelle ich das Playmobil ins Wohnzimmer und räume dort noch kurz auf. Anschliessend baue ich das Krankenhaus so weit auf, dass es bespielbar ist, und sobald das Herbstkind spielt setze ich mich aufs Sofa und lese noch ein bisschen. 

Gegen 17:30 kommt das Frühlingskind zurück. Beim Ausziehen bemerkt es eine Spinne im Gang. Ich habe mit Spinnen eigentlich die Abmachung “tust du mir nichts, tue ich dir auch nichts” und lasse sie meistens einfach da wo sie sind. Das Frühlingskind besteht aber darauf, dass die Spinne raus muss. Ich hole also Glas und Karte um das zum glück nicht allzugrosse Spinnentier einzufangen. Mir wird aber beides vom Herbstkind abgenommen, das sehr professionell das Glas über die Spinne stülpt und die Karte drunter schiebt. Es trägt Glas mit Spinne zur Terassentür. Dort scheitert es, denn Tür aufmachen geht nicht mit Glas in der Hand. Die Spinne entkommt also, wird aber sogleich vom Herbstkind wieder eingefangen. Ich mache die Terassentür auf und die Spinne darf in die freie Natur entfliehen. 

Dann bekommen die Kinder hunger, ich räume die Nähmaschine weg und sorge für Abendessen. 

Anschliessend spielen die Kinder noch ein bisschen mit dem Playmobil und ich mache nichts vernünftiges (lesen, surfen, Tisch abräumen, Spülmaschine starten) doch ich nutze noch die Situation, dass meine Kinder tatsächlich mal Kleider anhaben und mache ein paar Fotos, nachdem die Kinder von Playmobil auf Filzstifte gewechselt haben. Leider malen sie nicht nur auf Papier und ich wische dann mal Boden, wobei mir da das Herbstkind wieder hilft. 

Das Herbstkind ist sehr eindeutig müde. Ich bringe es weinend noch aufs WC und dann putze ich ihm noch im Halbschlaf die Zähne. Keine zwei Minuten später ist es eingeschlafen. Das Frühlingskind bekommt auch noch die Zähne geputzt eine Geschichte vorgelesen und schläft auch recht schnell ein. 

Und dann schreibe ich hier, möchte nicht an das Playmobilchaos im Wohnzimmer denken. Aber viel wird hier nicht mehr passieren. Mal gucken was die anderen so erlebt haben heute. 

Sing! (2)

nach noch nicht völlig erschöpfender Recherche stelle ich fest: es gibt ganz schön viele Chöre hier in der Umgebung. Aber viele haben noch nicht mal eine eigene Homepage und die Informationen auf der Seite vom Chorverband sind zum Teil über 5 Jahre alt. Ahja.

So bei näherer Überlegung kann ich eigentlich eh alle Chöre aussieben, die einen anderen Probentag als Dienstag haben. Montags hat E. meistens einen Termin (wobei, der fällt jetzt dann weg, aber kommt hoffentlich zum nächsten Sommer wieder). Mittwochs bin ich auch alle 2 Wochen alleine mit den Kindern am Abend und Donnerstags ist zumindest im Winterhalbjahr Kinderschwimmen. Freitags probt kein einziger der Chöre die ich mir bisher angesehen habe.

Daher ist die Auswahl dann schon wieder recht eingeschränkt, wenn ich einen Anfahrtweg von weniger als 10 km haben will und lieber nicht in einem reinen Frauenchor singen will.

 

Sing!

Heute nach dem Eltern-Kind-Singen meinte die Kursleiterin ich hätte eine schöne Stimme für ihren Chor.

hm.

Seit ich nicht mehr in Nürnberg wohne habe ich auch keinen Chor mehr. Und immer wenn ich Julie oder Keks über den Bachchor in Marburg schreiben sehe fühle ich einen gewissen Neid. Ich weiss auch nicht wirklich wieso ich seither nicht mehr im Chor singe. Gibt es doch einige davon. Der Hans-Sachs-Chor war irgendwie einfach da, vor allem auch in Laufnähe. Ich habe ihn auch eigentlich verwechselt mit dem Studentenchor, der am selben Wochentag probte und zu dem ich eigentlich wollte. Ich wurde dort aber so aufgefangen und spontan reingeschleust, dass ich geblieben bin.

Zurück in München habe ich zwar mir Gedanken gemacht, aber wirklich konkretisiert habe ich es nicht. Und auch nachdem ich in der Schweiz war habe ich mich mal wieder nicht getraut das Telefon zu greifen und mal eine Schnupperprobe zu machen.

Da wo wir jetzt wohnen habe ich zwei Nachbarinnen die im Ortschor singen. Aber, und das ist auch das “Problem” von dem Chor von meiner Kursleiterin, es ist ein reiner Frauenchor. Und nach den Erfahrungen mit Olivier Messiaen und seinen Trois petites Liturgies de la présence divine bin ich mir nicht so ganz sicher ob ich das machen will.

Aber ich habe jetzt eine Liste mit möglichen Chören und vielleicht sollte ich mich doch mal wieder schlau machen und mir nen Tritt in den Hintern verpassen und doch wieder singen.

sollte es doch?

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Seit etwas über ein Jahr ist Shadow nun bei uns. Und irgendwie wirkte es bisher kaum als wäre es “unsere” Katze. Sie lässt sich zwar streicheln und mit sich spielen, sie nutzt den Kratzbaum, aber sie ist eher selten kuschlig. Also so ein pelziges Wesen, dass auf dem Stuhl neben einem oder auf dem Schoss sitzt.

Sie ist aber auch gerne bei den Nachbarn, dieses untreue Wesen. Aber gut, die sind wirklich lieb mit ihr und deren Kind spielt mit ihr mit dem gebührenden Respekt, den meine Kinder (noch) nicht voweisen.

In letzter Zeit ist das aber deutlich besser geworden. Sie hat uns sogar vor der Haustür erwartet und sass gemütlich auf dem Schoss vom Lieblingsmenschen.

Vielleicht wird es doch noch “unsere” Katze.

Mal wieder ein Beitrag für Jaelles “Alles für die Katz”

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Kleinanzeigen

Ich versuche ja momentan Dinge loszuwerden (wie die Facebookleute eventuell mitbekommen haben). Ich gehöre zu denen, die ungern funktionierende oder gut erhaltene Sachen einfach wegwerfen (Lieblingsmensch ist da anders…) Aber einen Abnehmer zu finden ist eher schwierig.

Da gibt es zwar Seiten wie gratis-inserate oder so. Seit ich im November mein Metallbett dort reingestellt habe, hat der Anbieter sich gefühlt dreimal gewechselt. Und verkauft ist das Bett noch immer nicht.

Dann habe ich es auf FB-Gruppen versucht. Die sind zum teil ziemlich spezifisch und so brauche ich für meinen Kram gefühlt 50 Gruppen. Kommt man da rein, wird man von Angebotspostings überflutet, die einen überhaupt nicht interessieren. Und das eigene, ja das landet dann in der Gruppe und innerhalb von wenigen Minuten ist es schon wieder aus dem Blickfeld der potentiellen Kàufer verschwunden.

Also kauft es keiner und es steht weiter hier rum.

Und dann nimmt man auf einen Tipp (für etwas anderes als das Bett) hin nochmal die tutti. seite. Und dann hat man 3 potentielle Käuferinnen von denen die erste sich prompt nicht mehr meldet. Wie lange hält man dann die anderen beiden am Ball? Wie penetrant geht man auf die erste Käuferin ein.

Was macht man, wenn man dann eigentlich für ne Weile weg ist, weil Ferien und man da keine Übergabe machen kann?

Irgendwie ist das alles nervig und dann bin ich doch geneigt das Zeug einfach wegzuwerfen, einfach, weil es mir zuviel Umstände macht. Aber ich kann doch kein neues Bett einfach so wegwerfen, nur weil alle gerade die Boxspringbetten so toll finden. Was ist daran denn so toll?

 

Wie macht ihr das? Schmeisst ihr gute Sachen dann doch weg? Im Heimatort von meiner Mutter kann man an der Werstoffsammelstelle auch gute Sachen so hinstellen, das Interessenten sie sich nehmen können. Hier ist die Sammelstelle mobil, da geht das nicht (und es stehen auch keine potentiellen Abnehmer da).

Gibt es den ultimativen Tipp für Kleinkramverkauf in der Schweiz? Gibt es Tage oder Uhrzeiten wo die Chancen erhöht sind, dass man das Zeug tatsächlich loswird? Zahlt ihr für die Promotion eurer Teile?

Mann ich will doch nur ein bisschen Platz im Keller (und in der Wohnung). Und wenn ich das Zeug, was online ist, quasi griffbereit halte steht es erst recht im Weg rum.

 

Aua

Irgendwie tut mir meistens Mittwoch mein Hintern weh. Und jetzt nicht so ein “zu lange gesessen” weh, sondern eher so ein Muskelweh. Wie ein Muskelkater, nur dass ich den Muskel am Dienstag eher nicht bewege. Und wieso ist es nur eine Seite? Dazu kommen dann noch schöne Schmerzen im Rücken.

Und jetzt frage ich mich: liegt das am vielen Rumhocken oder am vielen Bewegen. Denn Mittwochs ist immer mein Haushalts- und Aufräumtag. Das heisst ich laufe viel bückend durch die Gegend um das ganze Zeug einzusammeln, das zwei Stunden später, wenn das Kind wieder wach ist eh wieder in der Wohnung verteilt ist, aber ich setze mich auch relativ viel an den Computer und prokastiniere im Internet rum. Dazu kommt dann noch das übliche Kind durch die Gegend schleppen.

Und heute zickt auch mal wieder das Handgelenk mit.

Rätsel….

Zugetextet

In letzter Zeit wurde ich mal wieder Opfer.

Gerne wenn ich mit Kind(ern) unterwegs bin kommen ältere Frauen (also solche, deren Kinder schon erwachsen sind) auf die Idee mir ihre halbe Lebensgeschichte zu erzählen. “Ach das ist ja so schön! Wissen Sie, ich hatte selbst (hier Anzahl der Kinder einfügen) und sie machen jetzt xyz. Kaum zu glauben, dass ich selbst auch mal so kleine Kinder hatte.”

Ich finde es irgendwie nett. Aber ich habe anscheinend auch eine hohe Zutexttoleranz. Vielleicht bin ich zu höflich. Wie soll ich denn da wegkommen? Muss ich das überhaupt? Wenn ich jetzt nicht zwingend irgendwo sein muss, ist es ja auch nicht tragisch, wenn ich jemanden mal zuhöre. Eine der Damen (6 Kinder, einer davon hat Chemie in der Schule richtig gut gemacht, was er studiert habe ich dann leider nicht verstanden, die Frau hat schrecklich genuschelt) hat sich anschliessend bedankt, dass ich ihr zugehört habe.

Wird Frau zur Vielrednerin, wenn sie Kinder hat? Bleibt das erhalten und muss man dann weiter reden mit wem auch immer, weil die Kinder selbst nicht mehr mit ihr reden? Ich habe mal die Theorie gehört, dass jeder Mensch wohl am Tag ein gewisses Redebedürfnis hat. Ich vermute aber, dass das Tages- und Erlebnisabhängig ist. Stelle ich zumindest an mir fest. Ich würde mich ja eher als Wortkarg bezeichnen, aber vielleicht ist es ja, dass ich mein Kommunikationsbedürfnis momentan recht gut über dieses Getexte loswerde. Was mich aber auch nicht daran hindert meinem Lieblingsmenschen auch mal das Ohr abzukauen. Aber das ist es eben auch. Es gibt Menschen, mit denen ich viel mehr rede als andere.

Was also ist der Auslöser, dass gerade ich angesprochen werde. Klar, die Kinder sind gerne mal ein guter Aufhänger, aber ich wurde auch vor den Kindern gerne mal zugetextet. Und das dann auch geschlechter- und altersunabhängig. Damit ist dann die Frage ob es an den Kindern liegt wohl auch beantwortet. Anscheinend bin ich ein Zutextmagnet oder so.

Aber gut. In Zeiten, wo alle nur auf ihr Handy gucken bin ich draussen vielleicht auch ein eher seltenes Exemplar der Ansprechbarkeit.

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