Tag: Schweiz

Where are you from?

Ich habe einen Artikel im Tyisch Duits Blog über Heimat gelesen. Bzw. über Wahlheimat. Und wie für die Autorin ist für mich die Frage nach “woher kommst du?” ziemlich irritierend.

Ich tendiere zwar grundsätzlich dazu, München als meine Heimat zu definieren. Und noch habe ich dort (bzw. im Umland) den längsten Teil meines Lebens verbracht. Aber doch, ich wohne ja schon eine ganze eine ganze Weile hier in der Schweiz, habe zwischendrin auch woanders in Deutschland gewohnt und auch meine Niederländische Herkunft, die zwar nur in der zweiten Generation aber eben doch vorhanden ist, spielt ja auch noch eine Rolle. Schliesslich wurde ich in Neuseeland ja auch mal gefrag aus welchem Eck der Niederlande ich komme. Hm.

Und bei den Podcasts die ich momentan höre gibt es gerne eine Introduction. Dort sagt dann jemand “Hi, dies ist [Name] aus [Land/State], dieser Podcast ist eine xy Produktion blabla” und ich denke mir immer: an der einen Seite lustig, weil man so die unterschiedlichen Dialekte und Akzente zuordnen kann, aber wenn ich jetzt selbst so einen Text in Englisch aufsagen würde wäre das wohl ziemlich verwirrend. “Hi, dies ist Anita aus der Schweiz, mein Akzent sagt aber, dass ich aus Deutschland oder vielleicht doch aus den Niederlanden komme” Oder würde ich da doch angeben, dass ich aus Deutschland bin. So wie ich es hier in der Schweiz ja oft genug tue um mein nicht vorhandenes Schweizerdeutsch zu erklären. Und ich weiss eben auch häufig nicht, wonach dabei gefragt wird. Wollen die Leute wissen wo ich aufgewachsen bin? Oder doch nur wo ich gerade wohne um zum Beispiel herauszufinden ob ich eine lange Anfahrt hatte.

Verwirrend das Ganze.

Spass und Spiel

“Wie alt sind denn die beiden?”

“1 und 2”

“Macht CHF 22”

Jau! Danke auch. Willkommen in der Schweiz. Wenn du nicht weisst, was du mit dem guten Geld machen kannst, was du in der Schweiz verdienst, bekomme Kinder. Du hast keine Chance auf einen Teilzeitjob in deiner Qualifikation, dein Mann auch nicht, er verdient aber mehr als du und so endest du völlig ungewollt im heteronormativen Ernährerhaushalt wo du dann das Geld, das der Mann nach Hause bringt für deine Kinder ausgeben kannst. (Mir ist klar, dass das nicht immer so ist, bei uns ist es so gelaufen, wobei ja auch die Qualifikation momenten nicht mein gewünschter Job ist und ich momentan meinen Hintern nicht weit genug hochbekomm etwas daran zu ändern).

Aber gut. Es ist wie es ist und ich habe heute also diesen tollen Schnapszahlbetrag (der übrigens unter dem lag, was ich dann doch verdient habe, weil ich brav Passbilder geliefert habe) gezahlt für Spass und Spiel.

Bei dem derzeitigen Sauwetter (hallo meteorolügischer Frühlingsanfang) ist der Indoorspielplatz eine gute Alternative. Vor allem dann, wenn man ja eh nicht so fit ist und die Kinder einem daheim erst recht auf der Nase rumtanzen würden.

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Also haben wir uns mit einer Freundin und deren Bekannten zum Spielen verabredet. Und ja es war spassig. Meine beiden haben wie immer erstmal skeptisch die Umgebung betrachtet um sich dann reinzuwerfen in Bällebad.

Es dauerte dann auch nicht lange bis auch das Kletterteil für die grösseren ausprobiert werden musste. Aber bloss nicht alleine: “komm mit”. Also Herbstkind in Obhut der anderen gelassen und dann gemeinsames Rutschen. Und dann Autoscooter “juhu!” war dazu der Kommentar und es wollte grad gar nicht aufhören. Wir hatten am Eingang zwei Chips dafür bekommen (für jedes Kind einen) jeder weitere “das macht dann einen Franken”

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Dann mussten die Trampolins ausprobiert werden. “Auf jedes nur ein Kind” ja klar, am ende waren es dann 3.

Nach der Snackpause war das Frühlingskind locker genug um auch alleine in das Kletterteil zu gehen und zu rutschen und auch mal nach rechts zu gehen wo wir vorher immer links gegangen sind. Die anderen wollten essen und ich habe mein gerade durch Snacks aktiviertes Kind nicht aus dem Spiel bekommen. indoorspiel-004

 

Letztendlich sind die alleine gegangen und ich habe ca. eine halbe Stunde mit einem sehr müden Kleinerkind auf dem Rücken versucht das andere Kleinkind dazu zu überreden doch bitte die Schuhe wieder anzuziehen, damit wir nach Hause fahren können weil das Herbstkind schlafen möchte und ich was essen möchte.

Die Schuhe hat es dann erst im Aufzug zur Tiefgarage angezogen. Und im Auto war dann sehr schnell schlafende Ruhe. +

Fazit: teurer Spass, aber grosser Spass. Und das mit dem Trampolinspringen muss dringend öfter geübt werden.

 

 

Meh

Man, heute ist es echt schwer was lustiges zu schreiben. Nicht nur ist mir heute nichts Lustiges passiert, nein auch meine Timeline bei FB ist überwiegend ziemlich deprimierend zu lesen.

Die einzigen Highlights sind die Posts aus den Kindergruppen und immerhin hat heute das Herbstkind für einen Lacher gesorgt, als es den gerade von Wäsche befreiten Wäscheständer als Laufhilfe durchs Wohnzimmer geschoben hat.

Nicht mal Leander hat heute was Lustiges posten können.

In der FB Timeline wurden die Trauerbezeugungen für David Bowie mit den Trauerbezeugungen für Alan Rickman abgelöst. Ansonsten gibt es noch immer das Thema Silvester in Köln, das für mich nur mehr verwirrend ist, weil irgendwie keiner in der Lage ist, die Fakten darzustellen oder sich daran zu halten. Ich habe grad so gar keine Lust nach den Fakten zu suchen und werde mich also nicht weiter zu der Sache äussern.

Leider wirkt sich das Thema auch ein bisschen hier in der Schweiz aus. Denn die Angst, die die “besorgten Bürger” in Deutschland laut werden lässt, schwappt ganz wunderbar über die Landesgrenze in ein Land, das eh schon länger was gegen die “gefährlichen” Ausländer hat. Haben der Ausschaffungsinitiative damals sehr knappe 51% zugestimmt stehen die Prognosen für die Nachfolgerinitiative (Durchsetzungsinitiative) auf ca 60% ja. Diese Initiative möchte die Schweiz als Rechtstaat abschaffen, indem ausländische Kriminelle ohne weitere Betrachtung des Hintergrundes direkt des Landes verwiesen werden sollen. Das gilt aber nicht für Steuerflüchtlinge und Finanzdelikte. Tolles Doppelmass.

Und noch eine weitere Initiative macht hier Sorgen.  Die Ehe-Initiative möchte sie die steuerlichen Nachteile für Verheiratete und Verpartnerte aufheben indem sie in der Verfassung verankert, dass die Ehe eine wirtschaftliche Verbindung von Mann und Frau ist. Wieso das nötig ist, kann die CVP auch nicht wirklich erklären. Bisher steht in der Verfassung, dass man Recht auf Ehe hat ohne weitere Hinweise wie diese gestaltet ist. Die CVP möchte das für Änderung des Steuerrechts eben anders (homophober) formulieren und meint, dass das dem Artikel 12 der Menschenrechtskonvention entspricht. Wenn ich das richtig lese, ist in dem Artikel auch nicht zwingend festgelegt, dass die Ehe zwischen Mann und Frau sein soll, sondern, dass diese nach den im Land vorliegenden Gesetzen eine Ehe eingehen dürfen. Nur weil in der Schweiz momentan die Ehe zwischen gleichgeschlechtlichen Partnern (noch) nicht zugelassen ist, stimmt die Aussage als “das ist die gelebte Situation”

Auch hier stehen die derzeitigen Prognosen auf 60% dafür, weil die “Heiratsstrafe” anscheinend genügend Leuten auf den Sack geht, dass ihnen die “unglückliche Formulierung” pupsegal ist. Da steht dann Geldgier (oder vielleicht doch Homophobie?) im Vordergrund.

Mich macht das sauer! Liebe Schweizer, überlegt euch gut, was ihr da am 28. Februar in die Urne gebt. Lasst euch nicht von Angst und/oder Geldgier leiten.

 

Sollte ich hier etwas von den politischen Sachen falsch dargestellt haben, dürft ihr mich gerne berichtigen, ich bin normalerweise nicht so politisch unterwegs. Meistens führt das eh nur zu Frust.

 

Dafür, dass ich vorhin noch gar nicht wusste, was ich schreiben will, ist das doch ein ziemlicher Text geworden. Am liebsten würde ich mich eingraben, bis die Welt wieder besser ist.

Da das aber nicht der Fall ist, muss ich wohl das Positive im Kleinen finden und gucke mir nochmal das Video von meinem Kleinkind mit dem Wäscheständer an.

 

Verschlüsselt

Hier in der Schweiz ist es üblich, – zumindest dort, wo wir bisher gewohnt haben – dass die Wohnungstüren keinen Knauf aussen haben, sondern eine normale Klinke. Anscheinend geht man davon aus, dass einem die direkten Nachbarn und deren Besucher nicht einfach so ins Haus rennen. Oder dass sie gerade das tun, bei guter Nachbarschaft – was mir bisher noch nicht untergekommen ist, eher, dass sogar die Nachbarn einen Termin ausmachen.

Immerhin kommt es so eher selten vor, dass man sich einfach mal so aussperrt und dann blöd im Gang rumsteht.

Nein

Wenn man sich aussperrt, steht man gleich ganz draussen. Oder in der Garage. Weil die Aussentür und die Tür, die von der Tiefgarage ins Haus führt, die haben schon einen Knauf.

Und so stand ich heute in der Garage. Frühlingsmädchen war quengelig und ich habe sie kurzerhand gepackt, den Autoschlüssel gepackt, dem Herbstmädchen nur gesagt, dass ich gleich wieder da bin und bin mit Kind unter dem Arm runter in die Tiefgarage. Die Tür mit Knauf kann man feststellen. Einfach indem man sie weit genug aufmacht, dann knackst es. Also Tür auf “knacks” ich lauf weiter und höre ein zweites “knacks”. Das kommt, wenn man die Tür gerade nicht weit genug aufgemacht hat. Dann fällt sie zu. Und sie hat nur einen Knauf.

Also, ganz schnell das brüllende Frühlingsmädchen ins Auto verfrachtet. Durch das Garagentor (das geht mit Bewegungsmelder) raus und zur Haustür, die natürlich auch einen Knauf hat. Bei den Nachbarn geklingelt. Zum Glück war jemand da und hat mich reingelassen.

In meinem Kopf habe ich schon Scheiben eingeworfen, weil Fenster hatte ich natürlich keins mehr offen.

Ich sollte wohl doch wieder den Ersatzschlüssel ins Auto legen. Hilft nur dann nicht, wenn ich keinen Autoschlüssel dabei habe.

huh, interessant

Wir bekommen jeden Donnerstag ein Regionalblatt in den Briefkasten geworfen. Dort findet sich auf der letzten Seite ein Kollumne mit Beantwortung der Fragen die die Welt bewegen. Natürlich jetzt nicht die philosophisch tollen, sonder die, wo man dieses schöne nutzlose Wissen bekommt, mit dem man auf Parties angeben kann. Sowas wie: Warum ist die Milch weiss?

Vor einer Weile war dort die Frage: an welchem Tag haben die meisten Schweizer Geburtstag. Antwort: offiziell am 1. Januar. Und es gibt eine Häufung an den Monatsersten. Das liegt aber daran, dass wenn man nicht genau weiss wann jemand geboren ist, man einfach den Monatsersten (wenn zwar der Monat aber nicht der Tag) oder den 1. Januar, wenn nur das Jahr bekannt ist, nimmt.

Rechnet man diese Statistikverfälscher raus kommt dabei der 5. Mai heraus.

Süffisant sagt der Artikel dann, dass die Schweizer wohl laue Sommernächte bevorzugen statt Frühlingsgefühle.

Rechnet man aber genauer zurück, dann landet man ziemlich genau in den zwei Wochen in denen die Arbeitswelt in der Schweiz nahezu brach liegt. Rund um den 1. August. Ich habe ja die Theorie, dass das die einzige Zeit ist, wo die Schweizer (jaja, Verallgemeinerung und es gibt ja auch genügend Babies die das Gegenteil beweisen) überhaupt Zeit für sowas wie Kinderzeugen haben.

Denn

a) haben sie sich ja gegen 6 Wochen Ferien entschieden und damit offiziell 20 Tage, inoffiziell mit einer “tollen” Firma dann 25.

b) arbeiten sie ja meistens auch offizielle 42 h in der Woche (die natürlich inoffiziell gerne mal mehr werden)

c) nach dem Arbeiten müssen sie noch in die Schwimmbäder oder Fitnessstudios die am Wochenende ja nur kurz offen haben oder

d) gehen sie mit Kollegen noch was trinken.

Viel Zeit bleibt dann also nicht, ausser den Wochenenden. Blöd nur, dass sich die fruchtbaren Tage nicht an Wochenenden halten 😉

 

Und deshalb haben dann die Hebammen am internationalen Hebammentag keine Zeit für jede einzelne Frau, weil noch viele andere gleichzeitig da stehen und dann ist das Geburtshaus plötzlich voll.

Die Neueneue

schon ewiglange möchte ich Bilder von der neuenneuen Wohnung im bewohnten Zustand posten. Eigentlich ist es noch immer ein Work in Progress. Wir haben uns jetzt neue Gedanken zum Wohnzimmer gemacht, mit dem ich schon die ganze Zeit nicht wirklich glücklich war und bin. Das zweite Sofa ist noch nicht da, es fehlen noch immer Vorhänge, Lampen sind auch nur im Gang und Arbeitszimmer montiert und und und.

Da ich es nie schaffe alle Zimmer aufgeräumt zu bekommen und irgendwie immer irgendwo noch Kartons rumstehen gibt es heute Bilder vom Wohnzimmer, der Essecke dem Eingangsbereich und Gang, dem Kinderzimmer und dem Elternbad. Morgen soll das Wetter nochmal schön werden und vielleicht schaffe ich es ja, die anderen Zimmer auch noch in einen herzeigbaren Zustand zu versetzen und sie dann auch noch zu fotografieren und zu posten.

Also hier schonmal die ersten Eindrücke. Hoffentlich bald mehr.

Picture My Day Day #16

pmdd16Am Mittwoch war Picture My Day Day. Der 16. in der Runde. Die letzten Male habe ich ausgesetzt. Einmal war ich im Urlaub und hätte erst später bloggen können und einmal hats einfach so nicht gepasst. Aber diesmal fand ich das Datum nett, auch wenn ich wusste, dass ich nicht am Tag selbst bloggen können würde. So ohne richtigen Rechner mache ich das nicht gerne, schliesslich möchte ich die Bilder doch ordentlich anschauen und bearbeiten können, bevor sie online kommen.

Also: Die Organisation war bei der Chaosmacherin die dort auch sehr gut erklärt worum es dabei geht und deswegen sag ich nur soviel: Blogger, Twitterer, Instagramler und Ähnliches dokumentieren ihren Tag bildlich und veröffentlichen das. Völlig unabhängig davon, was an diesem Tag so geschehen sollte. Alltag, was Besonderes, Urlaub etc.

Ich fan den 1. Oktober toll als Datum, weil wir da in unsere neue Wohnung einziehen sollten. Ich wollte mich aber an dem Tag nicht mit der grossen Kamera abmühen und deswegen gibt es grottige Blitzbilder aus meiner kleinen Knipse. Also absolut nichts hochwertiges erwarten. ;). Eigentlich hatte ich gehofft zu zeigen, wie sich die Räume füllen, aber der Hauptumzug fand dann doch schon am 30. September statt. Und so also doch ein bisschen anders. Aber immerhin ist so der erste Tag in der neuen Wohnung dokumentiert.

 

 

Der Umzug

Graaah. Das musste jetzt kurz raus. Aber wir sind da, wir sind in der neuen Wohnung, und sie ist toll, aber es fehlt noch einiges und wir haben noch viel zu tun. (zB einen Keller ausräumen, der nochmal so viele Kartons liefert, wie wir jetzt schon mitgebracht haben).

Ok mal von vorne.

In unserer Sommerresidenz haben wir nur 3,5 von den 4,5 Zimmern genutzt. Scotty hat also bei der Anfrage für den Umzug (zugegebenermassen sehr spät, weil wir sehr lange nicht wussten, ob wir eventuell früher in die neue Wohnung kommen können) angegeben, dass wir einen Umzug für eine 3,5 Zimmer-Wohnung suchen und eine Reinigung für eine 4,5 Zimmer-Wohnung. Das konnte nur zu Verwirrung führen. Ausser man hätte für beides zwei unterschiedliche Unternehmen genommen.

Wir bekamen verschiedene Angebote, ein paar sind tatsächlich auch vorbei gekommen um sich das anzusehen, wobei einem wohl nicht ganz klar war, dass ich von Ende September gesprochen habe und nicht erst Ende Oktober. (Die Firma wurde es dann deswegen nicht…). Fast alle wollten es mit einem 20 m3 Umzugswagen machen, bei dem wir aber beim letzten Mal schon das Problem hatten, dass sie nicht alles reinbekommen haben und zweimal gefahren sind. Deswegen haben wir uns für die eine Firma entschieden, die zwar einen höheren Stundensatz angeboten hat, aber eben auch alles am 30. September mit einem 50 m3 Umzugswagen erledigen wollte – inclusive Reinigung. Start sollte um 6:00 Uhr sein – Aufladen, nach Aufladen Reinigen um 16:00 Wohnung in alten Ort abgeben, und um 18:00 an der neuen Wohnung die Möbel wieder abladen und Schrank und Bett wieder montieren.

Dadurch, dass wir im Vorfeld nicht viel ausgepackt haben, war das Einpacken relativ schnell erledig und so konnten wir Dienstag in Ruhe abwarten. Um 6:00 stand dann auch prompt der Umzugswagen vor der Tür. Leider hatte sich keiner der Mieter an das eigentlich für die Garagensanierung ausgeschriebene Parkverbot in der Tiefgarage und auf den Parkplätzen draussen gehalten, so dass der Umzugswagen auf der Strasse stehen musste. Was zum Ärgernis 1 führte: “ja der Weg ist ja viel länger als angegeben” – wir hatten keinen Weg angegeben, die Wohnung ist im Erdgeschoss und wäre jemand vorbei gekommen, dann hätte er gesehen, wie die Gegebenheiten sind – auch auf Google Maps wäre das schnell zu erkennen. Und dabei haben wir ja schon eine relativ leicht zugängliche Wohnung gehabt. In dem Quartier gäb es noch viel schwierigere Situationen.

Dann kam Ärgernis 2: ” ja sie haben ja angegeben, dass das eine 3,5 Zimmer-Wohnung ist. Aber Sie haben ja 4,5 Zimmer und ein Extra Bad und einen Keller, das steht da nirgends” Wir hatten das telefonisch angegeben. Der Zettel, den der Heini in der Hand hatte, sah anders aus, als der auf dem wir unterschrieben hatten. Ja, aber. Irgendwie wird die Diskussion riesig, aus unserer 100 m2 Wohnung wird plötzlich eine 120 m2 Wohnung und der Umzug soll gecancelt werden.

Wegen der Reinigung? Ich bekam mich fast nicht mehr ein. Der soll unser Geraffel umziehen, wenn er nicht putzen will ist das ok, aber den Umzug soll er doch bitte machen. Ja nein, er weiss ja wie er seinen Job machen muss und die Terassen müssen ja mit Hochdruckreiniger gemacht werden. Nein müssen sie nicht, weil sie abgerissen werden. Und er soll doch bitte jetzt den Umzug anfangen. Nein, wir würden ja nur Probleme machen und am Ende nicht zahlen. Ja aber er muss ja jetzt noch Leute organisiseren, weil bis um 16:00 ist viel zu wenig Zeit für die Leute, die er eingeplant hat. (komisch, ich kenne Leute, die in einer 100 m2 3,5 Zimmer Wohnung wohnen, als ob das viel Unterschied macht….)

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so werden unsere ehemaligen Terassen auch bald aussehen, klar, dass ich da noch unbedingt mit einem Hochdruckreiniger drüber gehen möchte

Also Gut, Geld auf den Tisch gepackt. Anzahlung von 3000 CHF geleistet, einen neuen Wisch unterschrieben, dass die Reinigung (die eh schon teurer angesetzt war als bei den anderen Anbietern) für noch mehr Geld erledigt werden soll.

Dann haben sie doch tatsächlich angefangen einzuladen. Und die Möbel verpackt. Und noch mehr verpackt, damit auch ja keine Kratzer entstehen auf unseren ach so teuren IKEA-Möbeln. Statt der angedachten 4 Stunden brauchen sie natürlich 5,5 (klar wenn man einen Stundensatz bekommt, ist langsames Einpacken in tonnenweise Strechfolie, die der Kunde auch zahlen muss natürlich lohnenswert). Dann fahren sie mit dem Umzugswagen schonmal zur neuen Wohnung. Um 12:30 sehen wir sie dort in der Strasse stehen. Um 13:00 ruft er an, dass er jetzt da ist. Anfahrt müssen wir ja auch als Arbeitszeit zahlen….

Bis um 16:00 hatten wir Zeit. Sind was Essen gegangen, ein Möbelhaus gefahren um nach einem neuen Esstisch zu suchen. Fanden nur Esstische in der Preiskategorie 3000 CHF mit Stühlen um 700 CHF. Gehen wieder und waren kurz vor 16:00 wieder in der alten Wohnung. Da war schon der Vertreter von der Verwaltung da und hat schon angefangen. Er notierte alles und nickte alles ab. Bis auf ein Regal, das uns die Vormieter als nicht zur Wohnung gehörend “überlassen” hatten. Das sollen wir wieder bringen, oder auch nicht oder doch. Er war im Gegensatz zu seinem Kollegen, der uns bei der Wohnungsübergabe nur Stress gemacht hat, sehr freundlich. Wäre das gleich so gewesen, wären wir dort geblieben, aber eigentlich ist die neue Wohnung toller, viel toller. Auch wenn sie aufm Dorf ist.

Um 17:00 Wohnungsübergabe in der neueneuen Wohnung. Hier ist alles schon vorbereitet. Unser Name steht schon an der Tür. Wir werden freundlich empfangen. Gucken uns alles an und um 18:00 gibt es dann Ärgernis 3: Der Möbelwagen ist über ein Stück Gras gefahren und hat, weil es nass war, einen Flurschaden verursacht, welches der Hauswart gesehen hat. Die Dame von der Verwaltung möchte natürlich uns zur Verantwortung ziehen. Wir machen das Umzugsunternehmen verantwortlich und sagen, dass seine Versicherung das regeln soll. Nach weiteren hin und her fangen sie an abzuladen. Um Zeit zu sparen (kostet ja alles und sie wollen ja eigentlich um 22:00 wieder in Zürich sein) sagen wir ihnen, dass sie die Möbel nicht auspacken brauchen und alle Kisten in ein Zimmer und alle Möbel ins Wohnzimmer stellen sollen, ausser dem Schrank und dem Bett, die sie ja montieren sollen.

Das Bett wird montiert. Das Babybett schaffen sie nicht durch die Tür zu bringen, weil sie es kippen. Die Erklärung, dass das Bettchen höher als breit ist, verstehen sie nicht. Es landet dann auch im Wohnzimmer.

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Wir wissen eh noch nicht so ganz, wie wir das Wohnzimmer einrichten wollen. So verpackte Möbel sind doch auch sehr stylisch oder?

Dann kommt Ärgernis 4: “Den Schrank können wir nicht montieren, er ist zu hoch” ja klar, die Deckenhöhe ist hier 2,41 m. In der altenalten Wohnung war die Deckenhöhe 2,39 m. Wieso sollte der Schrank dann jetzt nicht passen? “ja da muss doch noch ein Sockel drunter”, ja aber der ist innenliegend, die Seitenwände sind die Gesamthöhe. Nach all dem Ärger, und es war ja schon fast 21:00 Uhr, wollte ich die blöden Umzügler nur noch loswerden. Fazit: Schrank nicht montiert. Immerhin lassen sie uns das Bodenschutzvlies und den Kleiderkarton und eine Decke da, die sie tatsächlich nicht berechnen.

Fix und fertig sind wir dann mal ins Bett gegangen, das haben sie immerhin montieren können. OK, drei Tage später haben wir festgestellt, dass sie auch da geschlampt haben und ich Glück hatte, nicht eine Etage tiefer zu schlafen.

Mittwoch kam dann U. um den Schrank aufzubauen. Und wir haben dann mal angefangen auszupacken (davon gibts ein paar mehr Bilder, weil PMMD – Post folgt) und wir waren beim Möbelschweden, schliesslich stellt sich bei manchen Sachen da doch ein Bedarf ein (Esstisch zB. der bezahlbar ist, und wo es nicht tragisch ist, wenn es zwei Kleinkinder gibt, die da drauf rummalen.)

Donnerstag weiter auspacken, Freitag folgte dann das nächste Ärgernis (5). Im Lauf des Vormittags klingelt es an der Tür. Ja Lieferung 5 Pakete. “von wem?” “[Firma bei der wir das Bett bestellt hatten]” “ah ok, ich dachte, Sie rufen vorher an um Termin auszumachen, aber ok, wir sind ja da und juhu Bett.” “tja, keine Telefonnummer” hmpf.

Lieferung ging nur bis erste verschlossene Tür, also durfte Scotty den sauschweren Rest bis in die Wohnung alleine schleppen. Beim Auspacken stellen wir fest. Das Bett ist nur 160 cm breit, immerhin haben sie auch die passenden 80 cm Lattenroste mitgeliefert. Doof nur, dass wir es eigentlich in 180 haben wollten und eine entsprechende Matratze bestellt haben….

Wir gucken dann mal auf die Bestellbestätigung. Graah, hätten wir die genauer angesehen, hätten wir gesehen, dass wir das falsche Bett bestellt haben. Also erstmal die Firma anrufen (in Belgien ist ja zum Glück auch kein Feiertag) “Diese Nummer wird nicht bedient” WTF? also gut, Mail geschrieben, zusätzlich auch nochmal über das Kontaktformular kontakt aufgenommen.

Die haben immerhin dann auch freundlich reagiert und sehr kulant angeboten uns ein neues richtiges Bett zu liefern, zum halben Preis, damit wir versuchen können, das falsche Bett hier in der Schweiz selbst zu verkaufen um einen Teil des Preises zurück zu erhalten. Bevor wir uns die Mühe machen, das Bett wieder zu verzollen und auszuführen, was locker mal 800 Euro kosten würde…. Wer von den Schweizern also gerne ein Metallbett in Mattschwarz und Breite 160 cm haben möchte, darf sich gerne bei mir melden. Preis ist verhandelbar, aber verschicken kann ich es nicht.

Heute haben wir dann aufgeräumt, bzw. Scotty hat aufgeräumt, während ich schwimmen und einkaufen war und wir haben D.s Zimmer soweit leergeräumt und eingerichtet, dass sie ab heute dort schlafen darf. Mal sehen ob das gut geht.

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Kinderzimmer, noch sehr rudimentär eingerichtet. Aber hey, es ist der einzige Raum mit Vorhängen

 

Bilder gibt es dann im PMMD-Post und wenn ich dann mal einen Status habe, wo ich sage, dass man das herzeigen kann. Und meine grosse Kamera dafür verwende.

Waschtag

MusicalPanties-Stock000153655 Heute hätte ich mal wieder Waschtag gehabt. Hätte gehabt, weil Waschmaschine kaputt.

Hier in der Schweiz hat man in den Mietwohnungen hauptsächlich zwei Optionen.

Entweder man hat – wie wir in der alten Wohnung – einen Waschturm, sprich Waschmaschine und Trockner in der Wohnung, oder man hat eine Gemeinschaftswaschmaschine im Keller, die man sich mit mehreren Parteien teilen muss.

Wir hatten tatsächlich bei den ganzen Wohnungen eine einzige, bei der man seine eigene Waschmaschine hätte mitbringen sollen und diese im Waschraum hätte unterbringen können. Und eine bei der der Waschturm im Keller war und es tatsächlich noch einen weiteren Trockenraum gab.

Vorteil von Waschmaschine und Trockner in der Wohnung: man kann waschen wann man will und wie viel man will.

Nachteil: meistens hat man keinen Trockenraum und es steht dann der Wäscheständer mit den Sachen, die man besser nicht im Trockner trocknet in der Wohnung rum. Und weil das recht viel ist, kann man auch nicht alles an einem Tag waschen, es sei denn man hat eine Wohnung mit einem Extraraum in dem man einfach mal so zwei Wäscheständer unterbringen kann oder gibt dafür sein Wohnzimmer her.

In der neuen Wohnung aka Sommerresidenz haben wir eine Gemeinschaftswaschmaschine. Und weil die Schweizer da immer (*übertreib*) sehr korrekt sind, geht das natürlich nicht ohne entsprechenden Waschplan. Dieser läuft hier nach, “Wer zuerst kommt, mahlt zuerst” und wer zuerst die Liste sieht, kann sich an seinen favorisierten Tagen eintragen. Die Tage sind dann auch noch schön in Blöcke a 5 Stunden aufgeteilt. Nachdem die Liste für Juni und Juli natürlich schon hing als ich hier eingezogen bin, blieb mir der Freitag Nachmittag und Abend. (Für August war ich schneller, aber jemand war nicht glücklich mit meiner Eintragung am Donnerstag Nachmittag und hat fröhlich meine Nummer durchgestrichen und sich selbst eingetragen.)

An meinem ersten Waschtag ging es schon gut los. Es stand vor der eigentlichen Maschine eine Leihmaschine. Als ich dann meine Wäsche eingeladen hatte und das Kochwäsche 60°C Programm wählte bin ich etwas erschrocken: 3h sollte das Programm dauern. Wie praktisch, wenn man zwei Ladungen Kochwäsche (einmal bunt einmal weiss), 2 Ladungen 40° Wäsche und eine Ladung 30° Wäsche hat. Da bleibt dann so richtig viel übrig von den 10 Stunden die man waschen darf.

Nun gut, eine Woche später stand dann wieder die normale Waschmaschine zur Verfügung und die braucht für das 60° Programm dann nur noch süsse 75 min. Das geht schonmal besser.

Am Feiertag darf man natürlich nicht waschen. So fiel letzter Freitag aus. Mal abgesehen davon, dass ich eh nicht konnte, weil wir ja unterwegs waren.

Am Dienstag habe ich noch eine Lücke entdeckt und wollte zumindest eine kleine Ladung Wäsche waschen, weil halt.

Ich lade also ein. Waschmittel dazu dosiert. Einschalten. Oh ohne Strom geht natürlich nichts. Also meinen tollen Waschschlüssel eingesteckt. Noch immer nichts. Huh? Dann sehe ich den Drehschalter. Also da auch noch anschalten. Da hat es wohl jemand sehr genau gemeint. Wasser war auch noch ausgedreht. Und dann? Statt dem üblichen Programm stehen Fehlercodes im Display. Ich gucke nach was die bedeuten: “blabla -> Servicetechniker anrufen” Na toll. Wen soll ich da anrufen? Diese Information wurde uns wie so vieles nicht gegeben.

Also Waschmaschine wieder ausgeladen, Waschmittelfach ausgespült. Gehofft, dass Person, die um 17:00 waschen wollte, weiss, wen man informieren muss.

Heute dann: Grosser Zettel auf der Waschmaschine: “Waschmaschine wieder defekt, bitte schreibt doch einen Zettel und informiert die Verwaltung” Ah Verwaltung, ich dachte es gibt noch eine Hauswartungsfirma….

Neben dem Zettel so ein Revisionszettel: Waschmaschine überprüft, nicht funktionsfähig. Datum 6.8. und nu? Habe ich einen Berg ungewaschener Wäsche und keine Ahnung, wann ich wieder waschen darf. Donnerstag? Na mal sehen, wo wir an unsere Wäschegrenzen stossen.

 

 

Die neueneue Wohnung hat Waschmaschine und Tumbler im Bad. Leider muss ich da auf den schnelltrocknenden Trockenraum verzichten, aber ich habe dann auch ein Zimmer in dem ich meinen Wäscheständer verstecken kann.

Familienshoot mit Babybauch

Iq5GWgLUnd damit meine ich nicht meinen. Und auch nicht meine Familie.

Im Rahmen meines Lehrgangs Portraitfotografie hatte ich wie schon beim Still-Life die Möglichkeit das Studio mit dem ganzen Equipment 2 Tage für mich zu nutzen. Es sollte dann auch noch eine Art Projekt werden. Also zumindest sowas wie ein Thema haben.

Ich hatte lange gegrübelt. Viele Themen im Kopf, alle nicht das ganz Wahre, häufig das Problem: wo bekomme ich Models her? Zum einen kenne ich hier in der Schweiz noch immer zu wenig Leute, und die wenigen trau ich mich nur selten um sowas zu bitten oder ich weiss auch schon, dass sie lieber nicht vor der Kamera stehen. Oder ich glaube, dass sie nicht gerne vor der Kamera stehen, weil ich das selbst ja auch nicht sonderlich gerne tue und ich mich noch immer daran gewöhnen muss, dass es Leute gibt, denen das tatsächlich gefällt. Und eigentlich gar nicht mal so wenige, wenn man sich Facebook so ansieht 😉

Aber gut. Unser Kursleiter hatte uns eh noch eine Schonfrist gewährt und dem Kurs, der eigentlich schon im Mai vorbei war einen extra-Abend für die Projekte im August gegeben. Dann hat er vor kurzem mich nochmal angesprochen, ob ich schon und so. Ich hatte natürlich während dem ganzen Zügelstress gar keinen Kopf dafür. Dann kam noch eine Mail, weil wohl auch meine Mitkursisten sich noch geziert haben. Dann habe ich halt einfach mal 2 Tage gesetzt. Einer davon war gestern.

So kurz vor knapp mussten dann noch Models und Idee her. Und weil ich ja in der Schweiz eigentlich nur in Elternforen unterwegs bin habe ich halt in einem davon einen Aufruf gestartet, dass ich Models suche. Und es haben sich Leute gemeldet.

Eine davon war Karin. Sie hat Mann und zwei Kinder mitgenommen und schiebt einen wunderschönen Babybauch vor sich her. Sie hatte ein paar Ideen, ich hatte im Netz auch nach Anregung gesucht und dann ging es los. Erstmal die Bilder mit Mann und Kindern, damit die bei Unlust abhauen können. Und anschliessend noch Bilder von ihr alleine mit ihrem Bauch. Ich gebe zu, dass die Bildideen geklaut sind, manches sind auch einfach die Klassiker, die immer und überall vorkommen. Aber auch Nachstellen birgt so manche Herausforderung. Das letzte Bild der Reihe war gar nicht so einfach, obwohl es an sich sehr leicht aussah, während andere recht schnell nah an dem original waren. Nur dass das Finetuning dann nicht mehr geklappt hat, weil der Kleine dann auch einfach genug hatte.

Die Kinder waren total herzig und haben super mitgemacht. Und der Mann, der mir als “kann sein, dass mein Mann rumzickt, weil er findet Fotos machen schrecklich” beschrieben wurde, hat sich entweder zusammengerissen oder auch ziemlich viel Spass an der Sache. Denn so sieht es aus.

Mir hat es auf jeden Fall Spass gemacht. Aber seht selbst.

 

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